Dienstag, 22. Oktober 2013

Vielfalt und Interkulturelle Öffnung

Zwei neue Handreichungen der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe

Neben Inklusion muss die Diakonie ein weiteres neues In-Wort lernen und in der Hilfepraxis in Pflege und sozialer Arbeit ausbuchstabieren: I-n-t-e-r-k-u-l-t-u-r-e-l-l-e  Ö-f-f-n-u-n-g. Die beiden neuen Broschüren der Diakonie RWL skizzieren die Herausforderungen, benennen Spannungsfelder und zeigen mit anschaulichen Beispielen guter Praxis, wie die Reise in die Vielfalt gelingen kann. Interkulturelle Öffnung ist kein Spezialthema für Menschen mit Migrationshintergrund, sondern eine Grundrichtung diakonischen Handelns in der real existierenden Einwanderungsgesellschaft.

Bunter ist besser

„Es geht uns nicht darum, mit immer neuen, schwer zu erfüllenden Anforderungen an die Träger, Einrichtungen und Mitarbeitenden der Diakonie RWL heranzutreten. Unser Anliegen ist deutlich zu machen, dass Vielfalt und interkulturelle Öffnung vielfältige Chancen bieten. Die Phase der Projektarbeit und der Schulungen in interkultureller Kompetenz muss allerdings übergehen in einen umfangreichen Prozess der Öffnung“, so Ioanna Zacharaki, Referentin für Integration und Interkulturalität bei der Diakonie RWL.

Interkulturelle Öffnung ist Management- und Querschnittsaufgabe, das verdeutlicht die Broschüre „Umgang mit Vielfalt – Interkulturelle Öffnung in der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe“. Erarbeitet wurde dieser eher grundsätzliche und argumentative Diskussionsbeitrag von der Trägerkonferenz Migration und Flucht der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Das Papier beschreibt gesellschaftspolitische und theologische Begründungen, benennt Rahmenbedingungen und Herausforderungen und gibt Hinweise auf Grundsätze und Gestaltung der Organisationsentwicklung. In ihrem Vorwort verweisen Diakonie-Vorstand Prof. Dr. Uwe Becker und Geschäftsbereichsleiter Nikolaus Immer nicht nur auf die bekannten Zuwanderungszahlen; sie machen auch deutlich, dass interkulturelle Öffnung eine strategische Herausforderung von hohem Rang ist – „ sonst hat die Diakonie im gesellschaftlichen Wandel keine Perspektiven“.

Auch die Handreichung „Interkulturelle Öffnung als diakonische Qualität“ verzichtet nicht auf Begriffsbestimmungen und Reflexionen. Wer sich aber in die Standards, Handreichungen, Checklisten und vor allem Beispiele guter Praxis von Mark-Ruhr bis zum Kirchenkreis Wied vertieft, kann lernen, wie aus einer guten Idee wirksame Praxis werden kann. „Interkulturelle Öffnung macht Arbeit“, stellt Nikolaus Immer im Vorwort  fest. Diese Arbeit erleichtern aber diese beiden neuen RWL-Broschüren.