2. April 2015

Abschaffung der Pflegenoten

Neue Prüfsysteme besser abstimmen

Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe begrüßt die geplante Abschaffung der Noten für Pflegeheime und ambulante Dienste. Es sei erfreulich, dass die Politik endlich auf die Kritik an den Pflegenoten reagiere, erklärt der Vorstand Christian Heine-Göttelmann am Donnerstag. „Ärgerlich bleibt dabei aber, dass die Mitarbeitenden in den Einrichtungen nun schon seit vielen Jahren mit einem Prüfsystem leben müssen, dessen Unzulänglichkeit von Anfang an bekannt war.“

Portrait

Bereits 2010, ein Jahr nach Einführung des Benotungssystems, hat die Diakonie RWL in einer Analyse nachgewiesen, dass das System der Pflegenoten Kundinnen und Kunden in die Irre führt. Das alte Prüfsystem hatte aufwändige Dokumentation belohnt und gute Pflege nicht wirklich kontrolliert.  2011 wurde ein alternatives Konzept für Transparenz in der Pflege vorgestellt,  das zugleich die Verbesserung von Qualität unterstützt.

„Wir brauchen endlich ein System, das die Ergebnisse der Pflege, also die Wirkungen auf Wohlbefinden, Gesundheit und Selbstständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner, in den Blick nimmt“, fordert Heine-Göttelmann.

Pflege unterstützen - Prüfsysteme besser abstimmen

Die Altenheime werden nicht nur über das bundesweite System der Pflegenoten „kontrolliert“. Zusätzlich werden sie in staatlichen Prüfungen nach Landesrecht geprüft. Dieses System wird ebenfalls gerade überarbeitet.

Heine-Göttelmann sprach sich dafür aus, die verschiedenen Prüfsysteme auf Bundes- und Landesebene besser abzustimmen. Die Diakonie RWL beteiligt sich konstruktiv an diesem Prozess. Aktuell werden Einrichtungen in der Regel zweimal jährlich überprüft, einmal von Medizinischen Dienst der Krankenkassen und dann von den Landesbehörden. Die Inhalte der Kontrollen sind weitgehend identisch. Die unzureichend aufeinander abgestimmten Prüfungen binden aber Kapazitäten, die besser der Pflege zugutekommen sollten.

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