17. April 2015

Diakonie fördert Projekte aus Arbeitslosenfonds

„Wir stehen an der Seite der Arbeitslosen“

Ob Restaurants, Second Hand-Shops oder die Biogärtnerei – Es gibt viele Projekte, mit denen Diakonie und Kirchengemeinden Langzeitarbeitslosen helfen, einen Job zu finden. Schon seit 1984 unterstützt die Evangelische Kirche im Rheinland die Träger mit einem eigenen Arbeitslosenfonds. In diesem Jahr schüttet sie rund 1,5 Millionen Euro aus. Gefördert werden mehr als 80 Träger aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland.

Arbeitssituation

"Der Fonds zeigt, dass Kirche und Diakonie an der Seite der Arbeitslosen stehen", betont Nikolaus Immer, Geschäftsbereichsleiter für Soziales und Integration in der Diakonie RWL. "Wir wollen dazu beitragen, dass die betroffenen Menschen gut beraten werden und wieder die Chance eines Einstiegs in den Arbeitsmarkt bekommen." Fast eine Million Menschen leben seit zehn Jahren von Hartz IV. Mehr als 480.000 von ihnen haben laut einer Studie des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik in Koblenz nahezu keine Chance am Arbeitsmarkt. Zu ihnen gehören viele ältere Arbeitslose, Alleinerziehende, Migranten mit schlechten Deutschkenntnissen, aber auch Menschen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen oder Jugendliche ohne Schulabschluss aus schwierigen sozialen Verhältnissen. „Mit ihren Projekten versuchen viele der kirchlichen und diakonischen Träger, die der Fonds fördert, gerade diese Arbeitslosen zu erreichen“, erklärt Immer.

Geld für Beratung, Berufsorientierung und Arbeitsprojekte

In fast jeden Kirchenkreis der rheinischen Kirche fließt nun Geld für die Beratung von Arbeitslosen und Jobbörsen, für Produktionsschulen, in denen Jugendliche für eine Ausbildung fit gemacht werden, oder für konkrete Beschäftigungsprojekte. „Da gibt es eine Menge gute und erfolgreiche Ideen, die wir unterstützen“, sagt Immer. Etwa eine Jugendhilfeeinrichtung für sozial benachteiligte Mädchen bei Heinsberg, die in eigenen Friseurläden eine qualifizierte Ausbildung machen können. In einem Gebrauchtbaumarkt in Saarbrücken haben Langzeitarbeitslose einen Job gefunden, und in Köln werden jugendliche Flüchtlinge für Bewerbungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt fit gemacht.

Viele Bewerber, weniger Fördermittel

Über 100 Anträge seien für den Fonds 2015 eingereicht worden, erklärt der Geschäftsbereichsleiter für Soziales und Integration. Trotz einer Reduzierung der Mittel aus dem Fonds hätten über 80 Anträge bewilligt werden können – allerdings mit reduzierter Förderung. Als der Arbeitslosenfonds 1984 gegründet wurde, stellte die rheinische Kirche noch umgerechnet drei Millionen Euro zur Verfügung, im vergangenen Jahr waren es knapp 2,5 Millionen. Doch die Evangelische Kirche im Rheinland muss sparen, so dass in diesem Jahr nur 1,5 Millionen Euro ausgeschüttet werden. „Der Fonds aber, und das ist ein Erfolg, besteht, wenn auch mit weniger Mitteln, weiter“, so Immer.

Der Sozialexperte der Diakonie RWL weist darauf hin, dass die Mittel oft als eine Art „Anschubfinanzierung“ genutzt werden können. „Wenn erst einmal Geld für ein Projekt da ist, haben es die Träger leichter, weitere Fördermittel zu erhalten.“ Schließlich können sie in Ergänzung öffentlicher Programme, zum Beispiel der Europäischen Union, der Bundesagentur für Arbeit, von Bund, Ländern und Kommunen, bereitgestellt werden. Wichtig bei der Bewerbung um die Mittel sei aber eine aussagekräftige Konzeption sowie ein detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan, betont Immer.

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