12. März 2014

Berufsbildung in Behindertenwerkstätten

Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten in Arbeit bringen

In den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen arbeiten immer mehr Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten. An der Grenze zur leichten geistigen Behinderung oder psychischen Erkrankung bringen sie teilweise einen Hauptschulabschluss mit oder sind bereits durch verschiedene Fördermaßnahmen gegangen. Dennoch finden viele nicht ihren Platz im Arbeitsleben.

„Bildung allein hilft diesen jungen Menschen nicht, da sie häufig nicht die emotionale Reife für Lernprozesse mitbringen. Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten brauchen Beziehungsangebote, damit sie Vertrauen entwickeln. Die Zielgruppe braucht besondere Förderangebote, darauf müssen sich die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen einstellen“, so Martin Weißenberg, Referent bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe auf einer Fachtagung am 6. März in Recklinghausen. Rund 150 Fachleute aus ganz Nordrhein-Westfalen, die in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen arbeiten, nahmen teil.

Die jungen Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten haben einen Anspruch auf individuelle Unterstützung mit dem Ziel, ihren Weg im Leben und in der Arbeitswelt zu finden. Dazu bedarf es der „sozialen Nachreifung“ und des Übens adäquater Verhaltensweisen und Kenntnisse.  „Es gibt gute Förderkonzepte für diese Zielgruppe, wie zum Beispiel ein arbeitsorientiertes Basistraining“, sagt Martin Weißenberg, Referent bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Dort würden neben dem Kennenlernen verschiedener Arbeitsfelder auch das Einüben von Pünktlichkeit oder „sich was sagen lassen können“ auf der Tagesordnung stehen.

In NRW arbeiten rund 70.000 Menschen in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. 104 Werkstattträger bieten diese Plätze an. Aufgabe der Werkstätten ist es neben der Bereitstellung geeigneter Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen, diese nach Möglichkeit so zu fördern, dass sie ihren Platz auch auf dem ersten Arbeitsmarkt finden können. Insbesondere geschieht das durch eine Qualifikation im Berufsbildungsbereich, aber auch durch Fortbildungen und individuelle Förderung im Arbeitsbereich der Werkstatt. Das Ziel aller Arbeit ist, die Menschen in ihren Fähigkeiten zu unterstützen, neue Kenntnisse zu vermitteln und somit einen individuellen Weg in die Gesellschaft und die Arbeitswelt zu fördern.

Veranstalter der Fachtagung in Recklinghausen war ein Kooperationsverbund, dazu gehörten die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen – Recklinghäuser Werkstätten gGmbH, die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, die Diakonie Stiftung Salem gGmbH sowie die Evangelische Stiftung Volmarstein.

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