22. November 2016

Reformationsjubiläum

Türen gestalten für mehr Gerechtigkeit

Bundesweit greifen Mitarbeiter und Klienten in diakonischen Einrichtungen zu Pinsel, Kleber und Hammer und gestalten kreativ eine Tür für mehr Gerechtigkeit. Damit beteiligen sie sich an der Kampagne der Diakonie zum Reformationsjubiläum "Türen öffnen. Gerechtigkeit leben". Auch Mitarbeiter der Diakonie RWL haben eine Tür gestaltet.

Ausgestattet mit Pinsel und Farbe statt mit Laptop und Kuli – so kam eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diakonie RWL zusammen, um sich kreativ mit dem Thema Gerechtigkeit auseinandersetzen. Was bedeutet sie heute für uns und wie zeigt sie sich im Alltag – etwa in der Büroküche, wenn ein Berg dreckiger Tassen auf eine Spülaktion wartet oder plötzlich die private Kaffeemilch verschwindet? Wie viel hat Gerechtigkeit mit Teilen zu tun?

Zu diesen ganz konkreten Fragen kam die Gruppe schnell ins Gespräch. Die Vorstellungen von Gerechtigkeit sind oft verschieden. Einig waren sich alle, dass Gerechtigkeit sich langsam entwickeln muss. Offenheit entsteht durch die innere Haltung. Es braucht Zeit, bis sich etwas verändert. Wie eine kleine Pflanze, die langsam wächst. So entstand die Idee, eine Pflanze aus einer Mauer wachsen zu lassen. Das Bild der Tür für die Diakonie RWL. Eine von über 50 Türen, die im Rahmen der Kampagne bundesweit entstehen sollen.

Diakonische Visionen der Gerechtigkeit

Mit der Diakonie-Kampagne zum Reformationsjubiläum werden Visionen von Gerechtigkeit auf einer Tür "angeschlagen". So, wie Martin Luther es der Legende nach vor 500 Jahren in Wittenberg mit seinen 95 Thesen getan haben soll. Ziel ist es, das Thema Gerechtigkeit aus diakonischer Perspektive mit Pinsel, Farbe oder als Kollage darzustellen. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Kreativ wird gezeigt, wo die Idee der Gerechtigkeit bedroht ist und wie diakonisches Engagement aussieht. Schon jetzt ist auf der Website der Kampagne eine breite Vielfalt an gestalteten Türen zu finden: ein Kirchenfenster mit Kreuz, ein Regenbogen, Menschen, die sich an die Hände fassen oder eine kleine Pflanze, die wächst: bunte Visionen von Gerechtigkeit.

"Die Reformation schenkte Menschen neue Lebensperspektiven. Ein barmherziger Gott öffnet Türen und lädt ein, sich für Gerechtigkeit zu engagieren", sagt Klaus Inhetveen, bei der Diakonie RWL zuständig für die Kampagne. Sie wolle Menschen zum Nachdenken anregen, was Gerechtigkeit heute heiße und wie man sie konkret vor Ort leben könne. "Dabei muss man natürlich auch die Widersprüche thematisieren", meint Klaus Inhetveen.

Türen gehen auf Reisen

Wer mitmachen möchte, kann eine Gruppe gründen und sich innerhalb eines Workshops mit Kollegen oder Klienten zum Thema Gerechtigkeit austauschen. Dazu bietet das Material zur Kampagne Leitfragen: Warum öffnest Du tagtäglich Deine Tür? Was treibt Dich an? Welches Zeichen willst Du setzen? Gefragt sind konkrete Geschichten. Als Ergebnis werden die Botschaften auf einer Tür dokumentiert, mit Farbe, Papier, Kollagen, Hammer und Säge. Auf der Website der Kampagne www.diakonie2017.de können Fotos der Türen hochgeladen werden. Eine Jury wird zum Abschluss der Kampagne 50 Türen auswählen.

In Rheinland, Westfalen und Lippe sollen die Türen dann als Botschafter auf Reisen gehen und von Januar bis März 2017 innerhalb von regionalen Ausstellungen präsentiert werden. Wer möchte, kann auch vor Ort eine Ausstellung organisieren. Auf der Weltausstellung zur Reformation in Wittenberg 2017 werden dann 50 gestaltete Türen aus dem gesamten Bundesgebiet im Rahmen einer Installation gezeigt.

Ihr/e Ansprechpartner/in
Klaus Inhetveen
Tageseinrichtungen für Kinder
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