24. Januar 2017

Wer macht was bei RWL?

Stefan Wutzke – Mann für den Service

Vom Rettungssanitäter bis zum Master in Philosophie – Stefan Wutzke hat schon eine beeindruckende und vielfältige diakonische Berufsbiografie aufzuweisen. Jetzt arbeitet der 40-Jährige systematisch und praktisch zugleich. In unserer Reihe "Wer macht was bei RWL?" stellen wir den neuen Leiter der Abteilung Service vor. 

Portrait

Stefan Wutzke

"Ich habe viele Fronterfahrungen", sagt Stefan Wutzke. Seriöser formuliert: Es gibt kaum ein diakonisches Hilfefeld, in dem der neue Abteilungsleiter nicht aktiv gewesen wäre. Schon in der Schulzeit arbeitete er als Honorarkraft in einer Jugendfreizeitstätte.

Einen ersten Abschluss machte er als Rettungssanitäter bei der Johanniter Unfallhilfe. Es folgte die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher. Sein Anerkennungsjahr absolvierte er in einer Wohngruppe mit gehörlosen Jugendlichen.

Zwischendurch und nebenbei arbeitete der Dortmunder als Tontechniker. "Wir haben 500 Veranstaltungen begleitet, vom kleinen Kabarett bis zu Hanns Dieter Hüsch, Georg Kreisler und Gaby Köster." An der Evangelischen Fachhochschule in Bochum erlangte Wutzke den Abschluss in Sozialpädagogik. Auch während dieses Studiums blieb er handfest diakonisch im Einsatz. Für eine Bethel-Einrichtung in Dortmund betreute er schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene. Da ging es um Pflege und Betreuung, aber sonntags galt auch das Motto: "Alle in den Bulli und zum Gottesdienst."

Zwischen Theorie und Praxis

Schon im letzten Jahr seines Studiums begann Wutzkes Arbeit bei der Diakonie Dortmund. Hier war Arbeitsförderung sein neuer Schwerpunkt. "Und dann kam Hartz IV", erinnert er sich. Die Arbeitsförderung wurde komplett umgebaut: Langzeitarbeitslose, Suchtkranke und Wohnungslose waren plötzlich Ein-Euro-Jobber. Als Leiter einer "Zuverdienstwerkstatt" war Stefan Wutzke für 30 Festangestellte und 120 Teilnehmer verantwortlich.

Aber auch in dieser Lebensphase bildete er sich fort und machte einen Master in Philosophie. "Diese Doppelgleisigkeit von Theorie und Praxis ist mir wichtig", erläutert er. "Wenn man in der Dortmunder Nordstadt praktisch arbeitet, hat man an der diakonischen Führungsakademie in Berlin und am Diakoniewissenschaftlichen Institut in Heidelberg einen guten Ausgleich."

Von Münster nach Australien

Durch seine Mitwirkung im RWL-Fachverband für berufliche und soziale Integration hatte Stefan Wutzke gute Kontakte zum westfälischen Landesverband nach Münster. Dort begann er 2009 als Referent für Erziehungshilfe. Einen besonderen Farbtupfer setze er dann mit seiner zweijährigen Elternzeit. Nach Australien gehen normalerweise junge Menschen, um dort "Work and Travel" zu machen. Stefan Wutzke schob nach der Geburt von Tochter Emma eine Elternzeit in Australien ein.

Seine Frau, die als Maschinenbauingenieurin bei einer großen Dortmunder Firma arbeitet, war als Expertin für "Underground Mining" in den fünften Kontinent geschickt worden. In einem kleinen Stundenumfang arbeitete der junge Vater aber auch von Australien aus in der Erziehungshilfe weiter. Er erstellte den Newsletter für die Erziehungshilfe. "Die Kolleginnen haben sich gewundert, dass ich um vier Uhr morgens E-Mails verschickt habe, aber in Australien war es dann bereits zwölf Uhr."

Spaß an der Pionierarbeit

Zurück beim Landesverband leistete Stefan Wutzke Pionier- und Aufbauarbeit. Er wurde der erste Leiter der Fachstelle für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (FUVSS). Hier ging es nicht nur darum, das Leid ehemaliger Heimkinder anzuerkennen, sondern auch darum, neue Strategien der Prävention und der Intervention aufzubauen. Sein nächster beruflicher Abschnitt bei der Diakonie RWL hatte in erster Linie einen kaufmännischen Schwerpunkt: Stefan Wutzke übernahm die kaufmännische Leitung bei den Freiwilligendiensten.

Zum 1. September 2016 wurde Stefan Wutzke zum Leiter der Abteilung Service berufen. Vom Pädagogen wird er damit scheinbar endgültig zum Praktiker. Aber vielleicht täuscht dieser Eindruck auch? Vielleicht geht gute Praxis nicht ohne gewisse, im weiteren Sinne sozialpädagogische Elemente? Wenn Kollege Wutzke zum Arbeitsgespräch bittet, dann schafft der leidenschaftliche Teetrinker Atmosphäre. Zugleich moderiert er so zielgerichtet, dass man nur mit klaren Verabredungen aus diesen Sitzungen herauskommt.

Service – damit der Laden läuft

Die Abteilung Service hat drei wesentliche Aufgabenfelder mit den schlichten Überschriften Veranstaltungsmanagement, Dienstreisestelle und Interner Dienste. Der Sinn dahinter ist es, administrative und organisatorische Tätigkeiten so zu bündeln, dass an anderen Stellen Ressourcen freiwerden für fachliche Arbeit.

Notwendige Schlussbemerkung: Stefan Wutzke ist "echter Dortmunder", aber mit Fußball - ich darf das hier verraten - hat er eher wenig am Hut. Das Stadion hat er nur einmal besucht - und zwar als Betreuer eines Rollstuhlfahrers. "Das war direkt unter der Südkurve", erzählt er, "und wir waren so nah am Spielfeld, dass ich Angst hatte, meinem Rollifahrer würde der Ball an den Kopf fliegen. Zum Glück hat uns die Kugel um 20 Zentimeter verfehlt." 

Die große BVB-Fangemeinde bei der Diakonie RWL kann mit Stefan Wutzke nicht auf einen Fußballfreund zählen, aber die Diakonie auf einen erfahrenen, pragmatischen und dynamischen Kollegen, der sich jetzt mit seinem Team dafür einsetzt, dass der Laden läuft.

Text: Reinhard van Spankeren

Außer dem Leiter Stefan Wutzke gehören zur Abteilung Service (Stand Januar 2017): Brigitte Bergjan, Elfriede Brocks, Karl-Heinz Falkenhahn, Bernd Freialdenhoven, Claudia Frenzel, Joan Jung, Pawel Junker, Hermann Krenn, Andreas Kuhn, Andrea Kuktin, Sylvia Parchow, Rainer Riechers, Caroline Stelzl, Maria Stiemert, Sylwia Tomecki, Manfred Wald und Maria Woelky-Wald.

Ihr/e Ansprechpartner/in
Stefan Wutzke

Abteilung Service

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