Dienstag, 17. Juni 2014

Mittendrin statt nur dabei! Diakonie und Sport

diakoniebrief 13

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist das Mega-Medienthema dieser Tage. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie RWL zeigen ihren Fußball-Sachverstand (oder ihr Glück beim Vorhersagen) bei einem betriebsinternen Tippspiel. Ein Tippspiel organisieren auch Brot für die Welt und EKD. Fair Play for Fair Life heißt hier das Motto. Fußball gucken und Ergebnisse tippen, das kann ein schönes Gemeinschaftserlebnis sein. Bleibt allerdings eher passiv. Vor allem aber wird in der Diakonie aktiv Sport betrieben – von der Suchttherapie bis zum Bewegungskindergarten, von Fit für 100 bis zum Lauftraining in der Förderschule. Darüber informiert der diakoniebrief 13 zu „Diakonie und Sport“.

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Ein Artikel zum Thema:
Ehrenamt

In der Heiligen Schrift kommt Sport nicht vor –  das stellt der Theologe und Sportwissenschaftler Stefan Schenk von der Sporthochschule Köln im Interview mit Ulrich T. Christenn klar. Unbedingt notwendiger Bestandteil eines Lebens in Fülle ist Sport nicht. Aber: Bewegen und spielen, Gemeinschaft erleben und mit Niederlagen zu leben, all das macht Sport wertvoll. Wenn ältere Menschen Hanteln stemmen, dann tun sie das in Gemeinschaft und unter fachlicher Anleitung. Fast nebenbei stärken sie dann auch noch den Muskelaufbau – für sichere Bewegung im Alltag. Wenn kleine Kinder in einem der 600 nordrhein-westfälischen Bewegungskindergärten toben und turnen, dann sind sie einmal nicht in umgrenzten Räumen und den Zumutungen verkopfter Bildung ausgesetzt. Wenn Menschen mit Behinderung „ganz normal“ einen Karategürtel erringen, dann ereignet sich ein kleines Stückchen Inklusion.

Spitzensportler sind Idole. Und manche von ihnen sind sich auch ihrer Privilegien und ihrer Vorbildfunktion bewusst. Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann fördert das Kinder- und Jugendhaus der Diakonie Gelsenkirchen und Kult-Fußballer Willi Landgraf setzt sich in Essen für die Zusammenarbeit von Behindertenhilfe und Sportverein ein. Auch Marcel Ahrens ist ein Top-Fußballer. Er stand vor einer Karriere in der Fußball-Nationalmannschaft für Menschen mit Handicap – hat sich dann aber doch für eine berufliche Zukunft bei einem Iserlohner Unternehmen entschieden. Und spielt Fußball  für „Auf geht’s Unna“, in der zweithöchsten Spielklasse in NRW für Menschen mit Handicap.

Die kreuznacher diakonie ist sportlich extrem gut aufgestellt. Hier befinden sich gleich drei sportliche Einrichtungen: Das sportmedizinische Untersuchungszentrum, der Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland und das Sportmedizinische Trainingsinstitut. Lea Feldmann schreibt dazu: „Diakonie ist viel mehr als Krankenpflege, Behindertenhilfe, Kindererziehung und Gottesdienst. Diakonie kann auch Sport.“ Sportwissenschaftler Schenk spricht von der „Sport-Diakonie als sozialpastoralem Handlungsfeld“. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wird am 13. Juli in Rio de Janeiro zu Ende gehen – vielleicht mit dem Finale Brasilien gegen Deutschland?! Die Diakonie bleibt „Anwalt der modernen Verlierer“, um noch einmal Stefan Schenk zu zitieren. Und sie bleibt vielfältig sportlich, auch nach dem brasilianischen Sommer.