Mittwoch, 17. August 2016

Gute Jobchancen mit einem Sozialen Jahr

Bundesfreiwilligendienst Ü27 ist bei Diakonie RWL ein Erfolgsmodell

Düsseldorf, Münster, 17. August. Im Bundesfreiwilligendienst gibt es ein besonderes Programm, das sich an Menschen richtet, die älter als 27 Jahre sind. Wer daran teilnimmt, hat später gute Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Das belegt eine aktuelle Auswertung der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Rund 50 Prozent der Teilnehmer beginnt nach dem sozialen Jahr eine Ausbildung, meist in der Heilerziehungspflege, der Altenhilfe oder als Erzieher. Weitere zehn Prozent erhalten direkt eine Festanstellung in einer sozialen Einrichtung oder beginnen ein Studium der sozialen Arbeit. Sieben Prozent verlängern den Bundesfreiwilligendienst um weitere sechs Monate.

Ihr Ansprechpartner
Sabine Damaschke
Presse- und Medienarbeit, Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

"Die meisten unserer älteren Freiwilligen sind zwischen 30 und 40 Jahre alt und haben gebrochene Berufsbiografien", erklärt der Geschäftsbereichsleiter Freiwilligendienste bei der Diakonie RWL, Jürgen Thor. "Unserer Auswertung zeigt, dass der Bundesfreiwilligendienst ihnen wieder Perspektiven eröffnet." Viele Teilnehmer haben ihre Ausbildung oder ein Studium in jüngeren Jahren abgebrochen, als ungelernte Kraft gearbeitet, hatten gesundheitliche Probleme, waren arbeitslos oder haben eine Phase der Elternzeit hinter sich.

Obwohl der Bundesfreiwilligendienst ganz im Trend liegt, stellen die Freiwilligen über 27 Jahre in den alten Bundesländern nur fünf Prozent der Teilnehmer. Dies ist auch bei der Diakonie RWL mit ihren rund 2.000 Freiwilligen nicht anders. "Es muss sich noch stärker herumsprechen, dass das Programm Menschen Selbstvertrauen geben kann und sie für sich eine persönliche und berufliche Orientierung finden können", sagt Jürgen Thor.

Die Freiwilligen werden bei der Diakonie RWL in nahezu allen kirchlich-diakonischen Arbeitsfeldern eingesetzt, vom Krankenhaus und der Kindertagesstätte über Wohnheime für Menschen mit Behinderungen und Altenheime bis hin zu Schulen oder Migrationsdiensten. "Bei unseren Einrichtungen sind die älteren Freiwilligen beliebt, denn sie bringen Lebenserfahrung und oft auch etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit den Menschen mit, die sie betreuen", beobachtet der Geschäftsbereichsleiter. Während in den Freiwilligendiensten für junge Leute unter 27 Jahren überwiegend Frauen arbeiten, ist das Geschlechterverhältnis im Programm Ü27 ausgeglichen.

Bei einem Vollzeitdienst erhalten die Freiwilligen monatlich ein Taschengeld von 380 Euro. Wer erwerbslos ist und Arbeitslosenunterstützung bekommt, kann auch am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen. "Dies ist eine gute Alternative zu den Qualifizierungsprogrammen der Jobcenter", meint Thor. Zumal die Freiwilligen auch pädagogisch an ihren Einsatzorten sowie in Seminaren und Workshops begleitet werden. "Wir machen unsere Freiwilligen für die Arbeit im Team fit. Sie lernen, wie sie mit sozialen Randgruppen umgehen und auch eigene Projektideen verwirklichen können." All das seien "soziale Kompetenzen fürs Leben", die sich bei einer Bewerbung um eine Ausbildungs- und Arbeitsstelle positiv auswirkten.

Der Bundesfreiwilligendienst kann jederzeit begonnen werden. Üblich für den Einstieg sind aber die Monate von Juli bis Oktober. Bei der Diakonie RWL gibt es noch genügend freie Plätze. Bewerbungen unter: http://www.fsj-bfd.de/ue27  Dort findet sich auch das Portrait einer Freiwilligen, die am Ü 27-Programm teilgenommen hat.

 Der Geschäftsbereichsleiter Jürgen Thor steht gerne für Interviews zur Verfügung. Gespräche vermittelt Sabine Damaschke, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 0211 6398-286, E-Mail s.damaschke@diakonie-rwl.de