22. Dezember 2014

Diakonie RWL legt Handreichung zur forensischen Nachsorge vor

"Mut zur Veranwortung"

Jede Entlassung aus einer Maßregelvollzugsklinik ist ein aufwendiges individuelles Projekt mit Vorbereitungs- und Überleitungsphase. Die Suche nach dem jeweils individuell notwendigen Betreuungssetting ist eine der wesentlichen  Herausforderungen an die beteiligten Fachkräfte. Zur Unterstützung dieser Arbeit hat die Diakonie RWL hat eine neue Handreichung zur forensischen Nachsorge vorgelegt. Die Arbeitshilfe bietet eine Übersicht über aktuell diskutierte Standards, Informationen zu Fortbildungsangeboten, eine Auflistung engagierter und erfahrener Anbieter innerhalb der Diakonie sowie rechtliche Grundlagen und Mustervereinbarungen.

Sachlicher Beitrag zur Diskussion um neue Forensik-Standorte

„Zahlreiche Träger und Einrichtungen in der Diakonie engagieren sich in der Nachsorge und der Betreuung von beurlaubten und entlassenen forensischen Patienten und beweisen so Mut zur Verantwortung“ erklären Olaf Maas, Geschäftsbereichsleiter Pflege, Alten- und Behindertenarbeit und Ralph Seiler, Geschäftsbereichsleiter Soziales und Integration in der Diakonie RWL im Vorwort der Publikation. Die aktuellen Diskussionen um neue Forensik-Standorte in NRW zeigten, wie brisant die Thematik ist und wie bedeutsam eine informierende, sachlich-fachliche Befassung mit den Aufgaben der Forensik und den Herausforderungen der forensischen Nachsorge sei.

Individuelles Betreuungssetting

„Forensische Nachsorge kann gut gelingen, wenn alle beteiligten Systeme u.a. Klinik mit forensischer Ambulanz, Justiz, ambulanter Dienst der Justiz, Einrichtung der Nachsorge, Patient intensiv kommunizieren und am Runden Tisch oder in Helferrunden die Nachsorge begleiten“, so die Beobachtung von Sabine Bruns,  Referentin für das Thema Straffälligenhilfe in der Diakonie RWL. Zwingend erforderlich seien dafür gut vernetzte regionale Strukturen mit klaren Funktionen und Aufgaben. „Verbindliche Vereinbarung sind unter allen Beteiligten nach Möglichkeit schriftlich festzuhalten“, fordert Sabine Bruns.

Das Personal in den diakonischen Einrichtungen der Nachsorge sei fachlich qualifiziert und durch Fort- und Weiterbildung, Hospitation und Supervision für die Aufgabe gut vorbereitet.

Arbeitskreis Diakonie und Forensik

„Gute Praxis suchen und finden“ ist auch der Anspruch des Arbeitskreises Diakonie und Forensik der Diakonie RWL, der seit Jahren zum Erfahrungsaustausch beiträgt. 25 Einrichtungen aus den Arbeitsbereichen Psychiatrie, Straffälligenhilfe und Sucht führen einen interdisziplinären Austausch zur  qualitativen Weiterentwicklung der Nachsorge forensischer Patienten.

Kontakt zum Thema und für Bestellungen: Sabine Bruns, Telefon 0211 6398-343, Telefax: 0211 6398-299, E-Mail:

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Krankenhaus und Gesundheit
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