26. April 2016

NRW-Kliniken starten Bündnis für gesunde Krankenhäuser

Wer krank wird, braucht ein gesundes Krankenhaus

Bei einer Auftaktpressekonferenz in Düsseldorf wurde es vorgestellt, das neue „Bündnis für gesunde Krankenhäuser – Investieren aus Verantwortung“. Der jährliche Investitionsbedarf der Kliniken in Nordrhein-Westfalen liegt bei 1,5 Milliarden Euro, die tatsächlichen Fördermittel des Landes dagegen nur bei 500 Millionen Euro. So hat es ein Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung festgestellt.

Foto: Christoph Buenten

Mit ihrem detaillierten Investitionsbarometer haben die Wissenschaftler die Lage der Kliniken flächendeckend untersucht. Das Investitionsbarometer NRW zeigt: das Land investiert jährlich eine Milliarde Euro zu wenig. Die Evangelischen Krankenhäuser sind aktiv mit dabei, wenn es jetzt gilt, nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

 

Investieren aus Verantwortung

Die Kliniken in Nordrhein-Westfalen klagen nicht. Sie liefern Zahlen, Fakten und Argumente. Krankenhäuser sichern Arbeitsplätze und zahlen Steuern. Sie sind wesentlicher Faktor für die Volkswirtschaft. Zu einer modernen Infrastruktur gehören sie genauso wie Brücken, Kindertagesstätten oder Schulen. Geradezu lebenswichtig sind Krankenhäuser als wesentlicher Teil des Gesundheitswesens. Wer krank wird, braucht ein „gesundes Krankenhaus“. Die laufenden Kosten für die Krankenhäuser haben durch das Krankenhausstrukturgesetz (2015) eine etwas stabilere Grundlage erhalten. Sorgenthema bleibt aber die unzureichende Investitionsfinanzierung durch die Länder, auch durch das Land NRW.

Jochen Brink

Hier setzt das Bündnis für gesunde Krankenhäuser an. Jochen Brink ist Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). Er vertritt die Interessen der 364 Krankenhäuser in NRW. Gleichzeitig ist er Geschäftsführer der Evangelischen Valeo-Kliniken mit Krankenhäusern in Lippstadt, Hamm, Gronau und Münster. Er kennt die Nöte der Krankenhäuser aus eigener, täglicher und konkreter Anschauung. Der KGNW-Präsident hält fest: „Staat und Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht. Doch mit den Erfolgen der vergangenen Jahrzehnte haben die Länder – auch NRW – begonnen, die Krankenhausförderung spürbar zu kürzen. Der Investitionsstau in den Krankenhäusern nimmt stetig zu – mit sichtbaren Folgen. Schon heute müssen viele Krankenhäuser fällige Investitionen in eine moderne Infrastruktur aufschieben.“ Der medizinische und technische Fortschritt entwickelt sich ständig und in immer kürzeren Abständen weiter. Gleichzeitig stellt der demografische Wandel die Kliniken vor neue Herausforderungen. Eine Erhöhung der Investitionsmittel ist nötig. Jochen Brink sagt: „Eine konsequente Weiterentwicklung der medizinischen Versorgungsstrukturen rettet Leben. Es ist den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen wichtig, Qualitätsführer bei der medizinischen Versorgung zu bleiben.“

Portrait

Elke Grothe-Kühn

Elke Grothe-Kühn leitet den Geschäftsbereich Krankenhaus und Rehabilitation bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Zugleich arbeitet sie im Vorstand der Krankenhausgesellschaft NRW mit. In einer Stellungnahme für das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hält sie fest: „Die Entwicklung der Investitionsmittel für Krankenhäuser steht im krassen Widerspruch zur Entwicklung der Steuereinnahmen des Landes.“ Sie betont: „Investitionen in Gebäude und medizinische Geräte zur Verbesserung der Betriebsabläufe sind eines der zentralen Instrumente zur Senkung der laufenden Betriebskosten von Krankenhäusern; sie sichern Fortschritt, Qualität und stetige Verbesserung der Versorgung. Nur auf dieser Grundlage kann eine fachgerechte, zukunftsorientierte und wirtschaftliche Patientenversorgung sichergestellt werden.“

Die evangelischen Krankenhäuser haben einen Anteil von einem Sechstel an der Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen. Sie tragen das Bündnis für gesunde Krankenhäuser aktiv mit. Im Verbund mit den anderen Krankenhäusern appellieren sie an die Verantwortung des Landes. „Investieren aus Verantwortung“ heißt: Der Rechtsanspruch auf Investitionsförderung muss Realität werden. Hier ist die Landespolitik jetzt gefordert.

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