16. November 2015

Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit

Neue Broschüre unterstützt freiwillige Helfer

Die Diakonie RWL hat gemeinsam mit den Evangelischen Kirchen von Rheinland, Westfalen und Lippe einen Wegweiser für die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen in NRW herausgegeben. Auf knapp 80 Seiten fasst die Broschüre einfach und verständlich wichtige Grundinformationen zusammen. Sie sind notwendig, um Flüchtlinge gut begleiten und unterstützen zu können. Der Wegweiser kann kostenfrei bei der Diakonie RWL bestellt werden.

Titelbild Fluchtbroschüre NRW

Die Vermittlung von Hintergrundwissen zu den Themen Flucht und Asyl sei wesentliche Grundlegung für das gemeinsame Gestalten vor Ort, betonen die Präsides der drei Landeskirchen und der Vorstand der Diakonie RWL. „Es gibt eine große Welle der Hilfsbereitschaft in Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen“, sagt Christian Heine-Göttelmann. „Zahlreiche Menschen engagieren sich bereits für Flüchtlinge und Asylbewerber oder fragen danach, wo sie sich einbringen können. An sie richtet sich unser Wegweiser.“

Den richtigen Einsatzort finden

Die neue Broschüre mit den zahlreichen praktischen Informationen soll freiwilligen Helfern das bürgerschaftliche Engagement vor Ort erleichtern. Das Themenspektrum reicht von der Darstellung des Asylverfahrens über Rahmenbedingungen der Aufnahme und Integration bis zu den verschiedenen Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge bei Kirche und Diakonie.

Christian Heine-Göttelmann

Christian Heine-Göttelmann

In den Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in NRW gibt es ein vielfältiges Angebot an Beratung und Begleitung. Die Aktivitäten reichen von Asylverfahrensberatung über Sprachförderung und Hausaufgabenhilfe bis zu Begegnungscafés und der Bereitstellung von Unterkünften. Außerdem wurden kirchliche Kleiderkammern und Möbelbörsen, Suppenküchen, Fahrradwerkstätten oder Ausgabestellen für Schulmaterialien eingerichtet.

Die Broschüre gibt Einblick in die verschiedenen Arbeitsfelder und ermuntert dazu, auch die Flüchtlinge selbst zu fragen, was sie brauchen und sich an Unterstützung wünschen. An vielen Orten wird der Einsatz der Ehrenamtlichen mittlerweile von Koordinatoren aus Kirche und Diakonie gesteuert. Sie haben jetzt ein  Netzwerk gegründet, in dem sie sich unter anderem über neue Projekte in der Flüchtlingsarbeit und Konzepte für die Schulung Ehrenamtlicher austauschen.

Grenzen setzen will gelernt sein

 „Es ist uns wichtig, dass die ehrenamtlichen Helfer auf ihren Einsatz gut vorbereitet und dabei auch professionell betreut werden“, betont Diakonie RWL-Vorstand Heine-Göttelmann. Schließlich sei die Arbeit mit Flüchtlingen anspruchsvoll. Ohne eine gute Begleitung bestehe schnell die Gefahr der Überforderung. Daher sei es sinnvoll, dass sich interessierte Ehrenamtliche schon vorher Gedanken über ihre eigenen Grenzen im persönlichen Engagement machten, so Heine-Göttelmann. „Auch dabei hilft der neue Wegweiser.“

Die Handreichung mit dem Titel „Unter dem Schatten deiner Flügel“ soll in Kürze auch für die Ehrenamtsarbeit im Saarland und in Rheinland-Pfalz erscheinen. Die beiden Bundesländer, in denen die Asylgesetzgebung zum Teil anders ausgestaltet ist, gehören ebenfalls zum Verbandsgebiet der rheinischen Kirche.

Die kostenlose Broschüre kann in den regionalen Flüchtlingsberatungs- und Koordinierungsstellen von Kirche und Diakonie sowie direkt bei den drei Landeskirchen und der Diakonie RWL bestellt werden.

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Barbara Montag
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