7. Juli 2015

Diakonie Dortmund eröffnet Flüchtlingsheim

"Vielen Flüchtlingen ist nicht bewusst, wie krank sie sind"

Beim Tag der offenen Tür konnten Dortmunder Bürger die Räume des diakonischen Flüchtlingsheims schon einmal besichtigen, da waren die Flüchtlinge noch nicht angekommen. Platz gibt es für 100 Asylbewerber. Das 15-köpfige Mitarbeiterteam betreut die Flüchtlinge und spricht viele Sprachen: Arabische Dialekte und einige afrikanische Sprachen. Englisch und Französisch sind selbstverständlich. „Viele Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind krank. Vielen davon ist gar nicht bewusst, wie krank sie sind“, meint Einrichtungsleiterin Nina Speziale.

Die Vermutung liegt nah, dass viele Flüchtlinge traumatische Erlebnisse gemacht haben. Sie seien oft nervös. Diese Menschen bräuchten Hilfe von Psychologen, mit denen sie in ihrer Muttersprache sprechen könnten. “Hier versuchen wir Hilfe zu vermitteln“.

Zunächst sei man dabei, die Zimmer zu verteilen und erste Einzelgespräche mit den neuen Bewohnern zu führen. „Mittlerweile haben sich 100 Ehrenamtliche bei uns gemeldet, die bei uns helfen möchten. In den nächsten Wochen werden wir gemeinsam planen, mit welchen Angeboten sich die Ehrenamtlichen hier engagieren“, so Nina Speziale. Das große Interesse der Ehrenamtlichen sei sehr ermutigend für das Team. In Dortmund gibt es eine starke rechte Szene, die man ernst nehmen muss. Konkrete Bedrohungen hat es aber bisher noch nicht gegeben.

Erste Ideen für ehrenamtliches Engagement gibt es schon, wie zum Beispiel ein Café, Sprachkurse und Freizeitangebote. Auch Dortmunder Sportvereine haben schon angeboten, Flüchtlinge in ihre Vereine aufzunehmen. Es wird aber auch Arbeitsgelegenheiten für die Flüchtlinge geben, bei denen sie sich etwas dazuverdienen können.

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Migration und Flucht
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