12. August 2016

Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit

Aktualisierte Broschüre und Dankeschön-Tag in Bonn

Der Wegweiser für die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen mit dem Titel "Unter dem Schatten deiner Flügel" steht jetzt in einer zweiten Auflage zur Verfügung. Die Diakonie RWL und die Evangelischen Kirchen Rheinland, Westfalen und Lippe haben die Handreichung komplett überarbeitet und aktualisiert. Außerdem bedanken sich Diakonie und Kirche am 13. November mit einem großen Ehrenamtstag bei allen freiwilligen Helfern.

Portrait

Pastorin Barbara Montag mit der aktualisierten Broschüre

Die vielen Geflüchteten, die im Jahr 2015 nach Deutschland kamen, erlebten eine große Hilfsbereitschaft. Es waren vor allem auch kirchliche Gruppen und Initiativen, die hier schnell und unbürokratisch aktiv wurden. Es wurde viel improvisiert und spontan Gutes getan.

Jugendliche, alleinstehende Flüchtlinge wie auch Flüchtlingsfamilien fanden Unterstützung, um medizinische Hilfe zu bekommen, um Deutsch zu lernen, um bei Spiel und Sport, bei Kochgruppen oder sich bei der Begegnung von Familien gut in Deutschland einzuleben.

Aber wer helfen will, braucht Informationen, Anregungen, gute Beispiele, Kontaktadressen oder auch Ideen, die man von anderen übernehmen kann. Hier gibt die Broschüre "Unter dem Schatten deiner Flügel" viele gute Anregungen. Die erste Auflage von 16.000 Exemplaren, die im Herbst 2015 erschien, ist inzwischen restlos vergriffen. Jetzt gibt es eine aktualisierte Neuauflage, die die vielen Änderungen im Flüchtlings- und Ausländerrecht berücksichtigt. Dabei wurde auch das Datenmaterial zur Anzahl, zu Alter und Geschlecht der Geflüchteten auf den neuesten Stand gebracht.

Cover der Broschüre

Neuauflage der Broschüre "Unter dem Schatten deiner Flügel"

Gute Absichten brauchen gute Informationen

Die Broschüre klärt über die Stufen des Asylverfahrens auf, sie beschreibt die Wege der Unterbringung und sozialen Versorgung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen und vor allem zeigt sie auf, wie man sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren kann – gemeinsam mit hauptamtlichen Kräften und anderen Bündnispartnern. Es gibt auch Stolpersteine und Fallstricke des ehrenamtlichen Engagements. Das wird nicht verschwiegen. Gute Absichten brauchen gute Informationen, damit gute Praxis gelingen kann. Der Serviceteil nennt wichtige Kontaktadressen, und eine aktuelle Linkliste bringt die Engagierten auf den neuesten Stand, die am liebsten digitale Informationskanäle nutzen. Die Broschüre kann bei der Diakonie RWL bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe ist Pastorin Barbara Montag dafür zuständig, dass die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich vor Ort für Flüchtlinge einsetzen, vom Landesverband fachlich unterstützt werden. "Nach wie vor bin ich von der großen Hilfsbereitschaft vor Ort beeindruckt“, sagt sie. "Es stimmt nicht, dass das ehrenamtliche Engagement nachgelassen hat, aber es verändert sich." Die Zeit der Improvisation sei weitgehend vorbei, nun gehe es um Nachhaltigkeit bei der Integration der Flüchtlinge. "Städte und Gemeinden, Behörden und Berater, Ehrenamtliche wie auch die Geflüchteten selbst sind da gefordert. Als gemeinsamer Lernprozess kann Integration gelingen", betont die Pastorin.

Portrait

Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann

Ehrenamtstag mit viel Prominenz

Es ist also noch ein weiter Weg zu gehen – und dafür braucht es Motivation. Weil dies am besten persönlich geht, lädt die Diakonie RWL gemeinsam mit der Evangelischen Kirche im Rheinland zu einem Dankeschön-Tag für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit ein. Er steht unter dem Motto "Ehrenamtliche welcome!" und findet am Sonntag, dem 13. November, im Brückenforum in Bonn statt. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr mit einem festlichen Auftakt, den der rheinische Präses Manfred Rekowski und Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann gestalten.

Prominenter Gast ist der Kabarettist Eckart von Hirschhausen. Er will beweisen, dass das "Ehrenamt glücklich und gesund machen kann." Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Rainer Schmeltzer spricht ein Grußwort. Professor Aladin El-Mafaalani beschäftigt sich mit der Frage, wie die Integration der geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft gelingen kann. Astrid Giebel von der Diakonie Deutschland und Uwe Rieske, Landespfarrer für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland, skizzieren in ihren Vorträgen, was Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit leisten und wie sie dort mit schwierigen Situationen umgehen können.

Fotos: Rainer Riechers/Diakonie RWL

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