5. Mai 2015

Integrationsagenturen erhalten NRW-Fördergelder

Stadtteilarbeit für Zugewanderte immer wichtiger

Sie schulen Ehrenamtliche für die Begleitung von Flüchtlingen, helfen bei der Gründung von Migrantenvereinen oder werben in Schulen und Kitas für ein respektvolles Miteinander. Die Aufgaben der Mitarbeiter in den NRW-Integrationsagenturen sind vielfältig, und sie werden angesichts der steigenden Zahl von Neuzuwanderern immer wichtiger. Das Land fördert die Arbeit in diesem Jahr mit über acht Millionen Euro. Für die 30 Integrationsagenturen in Trägerschaft der Diakonie RWL gab es jetzt einen Förderbescheid in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Eine Frau mit Kind auf dem Schoß sitzt in der Beratung

Beratung in der Integrationsagentur (Foto: Freie Wohlfahrtspflege)

Mit dem Geld werde die Arbeit der Integrationsfachkräfte unterstützt und gewürdigt, erklärte der Regierungspräsident der Bezirksregierung Arnsberg, Gerd Bollermann, bei der Übergabe der Bescheide. "Tagtäglich setzen sich die Fachkräfte dafür ein, das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft im Stadtteil zu unterstützen." Dies sei ein ganz wichtiger Beitrag für die Gesellschaft. Bollermann forderte die insgesamt 162 Integrationsagenturen in NRW auf, ihre Vernetzungsarbeit mit allen Akteuren im Bereich Zuwanderung und Integration weiter voranzutreiben.

Unterstützung für ehrenamtliches Engagement

Zu den Aufgaben der Integrationsagenturen gehören insbesondere die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements von und für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die interkulturelle Öffnung sowie die sozialraumorientierte Arbeit und Antidiskriminierungsarbeit. Dabei habe vor allem die Schulung und Betreuung von Ehrenamtlichen in den vergangenen Jahren zugenommen, beobachtet die Referentin für Integration und Interkulturalität bei der Diakonie RWL, Ioanna Zacharaki.

"Sie spielen als Mittler zwischen der Fachkraft und den Zugewanderten eine wichtige Rolle." Die ehrenamtlichen Integrationslotsen begleiten Flüchtlinge bei Behördengängen, fungieren als Sprachpaten oder als Berater für Migranten, die sich im Stadtteil auf unterschiedlichste Weise engagieren. Dazu gehören auch Jugendliche.

In Essen, so erzählt Zacharaki, sei es den Fachkräften der Integrationsagentur gelungen, junge Zugewanderte, die in ihrem Stadtteil immer wieder Schäden angerichtet haben, zur Pflege der Parkanlagen zu motivieren. Viele ließen sich auch als Sporttrainer für die Kinder in ihrem Stadtteil ausbilden. In Bielefeld gründeten die Mitarbeiter der Integrationsagenturen ein Projekt zum "interkulturellen Gärtnern", in dem Bürger mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam ein Stück Land bewirtschaften.

Vorurteile und Ängste abbauen

Zugenommen haben laut Zacharaki auch die Anfragen von Kindertagesstätten, Familienbildungsstätten oder Beratungsstellen, die in ihren Einrichtungen interkultureller arbeiten möchten. „Früher mussten unsere Integrationsagenturen dazu eher ermuntern.“ Heute suchten viele nach Wegen, wie sie Zugewanderte mit ihren Angeboten besser erreichen könnten.

Auch in Sachen Antidiskriminierung sind die 31 Fachkräfte in den Integrationsagenturen der Diakonie RWL viel unterwegs. "In Deutschland hat die Fremdenfeindlichkeit keineswegs abgenommen", beobachtet Referentin Ioanna Zacharaki. "Es gibt viele Ängste und Vorurteile im Zusammenleben mit Migranten und Flüchtlingen." Daher sind die Fachkräfte auch viel in Kitas und Schulen unterwegs und diskutieren mit Erziehern, Lehrern und Schülern über ihre Haltung gegenüber Fremden, Respekt und Toleranz. Eine Aufgabe, so meint Zacharaki, die in Zeiten der Pegida-Demonstrationen besonders wichtig ist.

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Damaschke
Presse- und Medienarbeit
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