30. Oktober 2015

Diakonisches Werk Westfalen tagte in Dortmund

Kräfte bündeln - Flüchtlingen eine Heimat sein

„Die Flüchtlingsarbeit als das brennendste Thema in allen diakonischen Handlungsfeldern ist eine Herausforderung, die nur mit gebündelten Kräften zu stemmen ist vor Ort und im Landesverband“, so Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL auf der Hauptversammlung des Diakonischen Werkes Westfalen. Die eigentliche Aufgabe liege noch vor uns – die Aufnahme der Menschen in die Regelversorgung, wie zum Beispiel die pädagogische Begleitung in Kitas, die psychosoziale Unterstützung nach Traumatisierungen, dauerhafte Wohnung und Arbeit sowie die Teilhabe in der Gesellschaft.

Anne Rabenschlag am Rednerpult

Anne Rabenschlag

Unkomplizierte Hilfe bei der Diakonie Dortmund

Wie Diakonie vor Ort schnell und unkompliziert handelt und hilft, beschrieb Anne Rabenschlag, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Dortmund. Bis Ende des Jahres werden über 6.000 Flüchtlinge aus allen Krisenherden der Welt in Dortmund ankommen, davon 1.300 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. „Die Flüchtlinge haben lange und schwere Fluchtwege hinter sich gebracht und sind dankbar für die Willkommenskultur“, so Anne Rabenschlag. Um die ankommenden Flüchtlinge zu versorgen, wird kontinuierlich Personal eingestellt und Wohnraum angemietet.

Dafür hat das Diakonische Werk Dortmund die gesamte Organisationsstruktur so umgebaut, dass erfahrene Kräfte mit neuem Personal die Aufgaben in der Flüchtlingsarbeit gemeinsam bewältigen. Dabei liege das Augenmerk besonders auf den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Das Diakonische Werk Dortmund baue die Hilfestruktur aus, Flüchtlinge würden aber auch in regulären Plätzen untergebracht. Beeindruckt sei man von den vielen Ehrenamtlichen, die sich melden und Flüchtlingen helfen möchten. Gleichzeitig versuche man das Selbsthilfepotenzial von Flüchtlingen zu nutzen und die Integration in Arbeit mitzudenken.

Beheimatung der Flüchtlinge – gigantische Aufgabe

Nikolaus Immer am Rednerpodest

Nikolaus Immer

„Der Landesverband wird mit neuen Personalstellen die Begleitung der Mitglieder in der Flüchtlingsarbeit ausbauen und hat die Beratung geschäftsbereichsübergreifend in der Servicegruppe Flucht gebündelt“, sagte Nikolaus Immer, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL. Alle Arbeitsfelder, von der Kita bis zu den Krankenhäusern, aber auch die Freiwilligendienste, habe man im Blick. Geplant sei weiteres Informationsmaterial, aber auch Dolmetscherhilfen und Unterstützung bei Anträgen und Finanzierungsfragen. „Die Beheimatung der Flüchtlinge ist eine gigantische Aufgabe für uns als Diakonie“, meinte Immer.

Konsolidierung und Mitgliederorientierung

„Es wird voraussichtlich die letzte Hauptversammlung des Diakonischen Werkes Westfalen sein“, betonte Jürgen Dittrich, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Diakonie RWL. Wenn alles nach Plan laufe, werde Mitte nächsten Jahres die Verschmelzung der Diakonischen Werke Rheinland und Westfalen vollzogen sein. Dann gebe es nur noch eine Hauptversammlung der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

Thomas Oelkers, Vorstand der Diakonie RWL, berichtete, dass anstelle eines zunächst geplanten Defizits im Haushalt 2014 im Jahresergebnis ein Überschuss erzielt werden konnte, vor allem durch Einsparungen, Veränderungen des Personalbestandes und Sachkostenreduktionen. „Die Konsolidierung bleibt allerdings eine bleibende Anstrengung, denn schon der Haushaltsentwurf 2016 zeigt, dass die tariflichen Kostensteigerungen alle Maßnahmen fast aufgewogen haben“, zog Oelkers Bilanz.

Neuorganisation der Diakonie RWL geht weiter

Für die Mitgliedsbeiträge wurde von der Hauptversammlung mit großer Mehrheit eine ab 2016 geltende neue Beitragsordnung beschlossen. Ein weiterer Schritt, damit auf dem Weg der Verschmelzung der Diakonischen Werke Rheinland und Westfalen eine einheitliche Grundlage der Beiträge für alle Mitglieder geschaffen wird. Für die Mitglieder des rheinischen Diakonischen Werkes hat der zuständige Diakonische Rat am gleichen Tag eine entsprechende Beitragsordnung auf den Weg gebracht.

Die Neuorganisation der Diakonie RWL geht weiter. Neue Organisationseinheiten sind zum Teil schon entstanden, wie zum Beispiel der Geschäftsbereich Recht, der die juristische Beratung bündelt. Im Aufbau befindet sich ein Betriebswirtschaftliches Zentrum. Leitungsspannen sollen zukünftig so gestaltet werden, dass maximal 8-14 Personen in Teams geführt werden. „Die Projekte zur Weiterentwicklung der Diakonie RWL auf der Ebene der Verwaltungskräfte, aber auch in den Bereichen Kommunikation, Kostentransparenz, Fachverbände oder Zukunftsfragen wie Konfessionalität laufen und zeigen erste Zwischenergebnisse, die in den Umbauprozess kontinuierlich einfließen“, berichtete Christian Heine-Göttelmann.

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Migration und Flucht
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