5. Mai 2015

Spiritualität in diakonischen Kontexten

Eine Zukunftswerkstatt

Was meint Spiritualität in diakonischen Arbeitsbereichen? Welche Bedeutung hat sie und wie können Orte der Spiritualität für in diakonischen Einrichtungen lebende und arbeitende Menschen geschaffen und gestaltet werden?

Über diese und weitere Fragen diskutierten Theologinnen und Theologen aus verschiedenen diakonischen Arbeitsfeldern im Rahmen der diesjährigen Theologischen Konferenz in Wuppertal.

Portrait

Christian Heine-Göttelmann

Spiritualität im Alltag

Im Anschluss an Vorträge von Prof. Dr. Beate Hofmann, Pfarrerin Dr. Nicole Frommann, Pfarrer Bernward Wolf und Pfarrer Helmut Dessecker tauschten die Teilnehmenden in Kleingruppen ihre vielfältigen Erfahrungen und Meinungen aus und entwickelten gemeinsam Ideen und Visionen, wie Spiritualität in den Alltag stationärer Einrichtungen, in den Bereich der ambulanten Versorgung und auch in das Feld der Sozialraumarbeit implementiert werden kann. Im Fokus standen hierbei insbesondere alte und hochaltrige Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarfen sowie Menschen mit Behinderungen oder psychischen Störungen. Denn besonders für sie können spirituelle Erlebnisse im Sinne eines intensiven Erfahrens der Liebe und Nähe Gottes bereichernd sein.

Neben dem starken Praxisbezug war es den Teilnehmenden wichtig, sich mit Spiritualität an sich auseinanderzusetzen. „Spiritualität“, ein spannender Begriff, der sich zwischen dem ganz Individuellen und dem in Gemeinschaft Erfahrbaren bewegt, der auf Transzendenz verweist, ohne den Bezug zur alltäglichen Realität verlieren zu wollen, der sowohl christlich als auch nichtchristlich verstanden werden kann. Sich dieser Komplexität und Pluralität an Deutungen in der Gesellschaft bewusst, fanden die Theologinnen und Theologen ein gemeinsames christliches Verständnis von Spiritualität, geführt und getragen von der Annahme, dass es einen gewissen Zugang braucht, um diesen Begriff erfassen zu können. In den Andachten, die in die beiden Tage der Konferenz einleiteten, sowie in den fachlichen Vorträgen der Referentinnen und Referenten und nicht zuletzt im gemeinsamen Austausch wurde Spiritualität als ein Raum der Begegnung mit Gott aufgezeigt, in welchem die Liebe Gottes und die Verbindung mit ihm auf besondere Art erfahrbar wird.

Theologische Konferenz

Johannes Schildmann, Vorstand des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten moderierte die Zukunftswerkstatt - Porträt

Johannes Schildmann, Vorstand des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten moderierte die Zukunftswerkstatt.

Die Theologische Konferenz findet jedes Jahr im Frühjahr statt. Eingeladen sind Theologinnen und Theologen sowie Personen aus verschiedenen diakonischen Arbeitsbereichen. Die Teilnehmenden schätzen an diesem Zusammenkommen vor allem den offenen und inoffiziellen Austausch und die Begegnung mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Rund um ein Kernthema entstehen so angeregte, kritisch diskursive und fachlich kompetente Gespräche mit Ideen und Ansätzen, die in der diakonischen Praxis fruchtbar gemacht werden können.

Lara Salewski

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Diakonische Identität
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