24. März 2015

Projekt der Diakonie RWL mit Justiz und Pädagogen

Wie geht es weiter nach dem Jugendarrest?

Wer als Jugendlicher straffällig wird, dem können bis zu vier Wochen Jugendarrest drohen. Dieser sogenannte Dauerarrest bedeutet eingeschlossen zu sein ohne Handy, Fernseher und Zigaretten mit Zeit zum Nachdenken. Jugendarrest ist keine Gefängnisstrafe. Pädagogische Arbeit soll hier im Vordergrund stehen.  In einem Projekt hat die Diakonie RWL die Zusammenarbeit von Justiz und Pädagogen der Kinder- und Jugendhilfe besser vernetzt.

In fünf Jugendarrestanstalten in NRW müssen jährlich 4500 Jugendliche einen Dauerarrest absitzen. Das Übergangsmanagement der diakonischen Träger in den Arrestanstalten soll helfen, eine erneute Straffälligkeit zu vermeiden. Stabilisierende Kontakte sollen vermittelt werden. In Gruppenarbeit und Einzelgesprächen wird geklärt, wo die Probleme der Jugendlichen liegen. Die richtige Hilfe vor Ort und ein Ansprechpartner werden bereits im Arrest gesucht.

Landeskoordination der Diakonie RWL endete nach zwei Jahren

In einem Projekt hat die Diakonie RWL über zwei Jahre die Arbeit dieser Übergangsmanager und -managerinnen koordiniert und die Kommunikation mit den Jugendarrestanstalten und externen Partnern verbessert. „Der Bekanntheitsgrad des Übergangsmanagements im Jugendarrest ist nach gut zwei Jahren Projektlaufzeit landesweit recht hoch. Zahlreiche Fachkräfteteams der Jugendgerichtshilfe haben Informationsgespräche angefragt“, so Tanja Buck, Referentin für Erzieherische Hilfen aus Sicht der Landeskoordinatorin Übergangsmanagement rückblickend. Die pädagogische Gestaltung des Arrestes habe sich deutlich verbessert.

Wie schwierig es ist, im Justizsystem als externer diakonischer Mitarbeiter zu arbeiten und zu einer gemeinsamen Sprache zu finden, weiß auch Sabine Bruns, Referentin für die Straffälligenhilfe der Diakonie RWL. Die Zusammenarbeit der am Arrest beteiligten Berufsgruppen habe sich deutlich verbessert. Die Motivation der Arrestanten aus der Erfahrung des Eingesperrtseins müsse pädagogisch genutzt werden. Dabei geht es meistens darum, die Wohnsituation und das Thema Schule und Ausbildung zu klären.

Die Träger des Übergangsmanagements aus der Kinder- und Jugendhilfe und der Straffälligenhilfe in den Arrestanstalten Bottrop, Düsseldorf, Lünen, Remscheid und Wetter sind verbandsübergreifend begleitet worden. Die guten Rückmeldungen auch aus dem geldgebenden Justizministerium zum Abschluss haben die positiven Effekte bestätigt.

Jobcenter wichtige Kooperationspartner

JobCenter und ARGEn sind wichtige Kooperationspartner. Hier muss die Zusammenarbeit noch verbessert werden. „Eine Aussetzung der Hilfe zum Lebensunterhalt während der Arrestzeit ist rechtswidrig und gesetzlich nicht vorgesehen. Das passiert aber den Jugendlichen trotzdem immer wieder und wirkt sich dann gravierend auf ihre Lebenssituation und das Risiko erneuter Straffälligkeit aus,“ meint Tanja Buck. Oft bräuchten die Arrestanten Hilfe ihre Anträge zu stellen.

Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Die finanzielle Förderung des Übergangsmanagements in den Arrestanstalten durch das Justizministerium konnte bis 2019 gesichert werden. Die größeren Arrestanstalten in Remscheid und Bottrop werden künftig mit einer zusätzlichen halben Fachkraft im Übergangsmanagement ausgestattet.

Ansprechpartnerinnen bei der Diakonie RWL:

Sabine Bruns, Referentin für Straffälligenhilfe
Ev. Fachverband Straffälligenhilfe RWL
Geschäftsführung
Geschäftsbereich Soziales und Integration
Lenaustraße 41 / D-40470 Düsseldorf
Telefon: +49 211 6398-343 / Telefax: +49 211 6398-299
s.bruns@diakonie-rwl.de / www.diakonie-rwl.de

Tanja Buck, Referentin Erzieherische Hilfen
Geschäftsführung Evangelischer Fachverband Erzieherische Hilfen RWL
Geschäftsbereich Familie, Bildung und Erziehung (FABE)
Lenaustraße 41 / D-40470 Düsseldorf
Telefon: +49 211 63 98-291 / Telefax: +49 211 6398-299
t.buck@diakonie-rwl.de / www.diakonie-rwl.de

Ihr/e Ansprechpartner/in
Sabine Bruns
Straffälligenhilfe
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