24. Februar 2017

Diakonie im Karneval

Mit Luther im Rosenmontagszug

Ob Mottowagen oder Fastnachtsorden: 500 Jahre Reformation zeigen sich dieses Jahr auch im Karneval. In Düsseldorf marschiert die Diakonie mit einer Fußgruppe im Rosenmontagszug mit - Seite an Seite mit den Jecken des Evangelischen Kirchenkreises. In ihrer Mitte fährt ein Prunkwagen, von dem ein drei Meter hoher Martin Luther herunterblickt.

Karnevalswagen

Und jetzt bitte freundlich winken: Protestanten in Düsseldorf präsentieren ihren Karnevalswagen

"Vergnügt, erlöst, befreit" – so wollen sich die Protestanten in Düsseldorf auf dem diesjährigen Rosenmontagszug präsentieren. Das Reformationsmotto lädt dazu ein, selbstbewusst und kräftig im Straßenkarneval mitzumischen und dabei selbstironisch an den Beginn der reformatorischen Umwälzungen vor 500 Jahren zu erinnern.

Schon zum sechsten Mal beteiligen sich Mitarbeitende der Diakonie Düsseldorf am Rosenmontagszug in der Landeshauptstadt. Doch anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums fahren sie diesmal gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf ein besonderes Gefährt auf: einen Prunkwagen mit einem dreieinhalb Meter hohen, augenzwinkernden Martin Luther. Er ist in die zwei Fußgruppen der Diakonie und des Kirchenkreises eingebettet und wurde vom wohl bekanntesten Wagenbau-Künstler in Deutschland, Jacques Tilly, gestaltet.

Schunkelnde Kirchtürme, hämmernder Luther

Der Reformator hält in der linken Hand seine gerollten 95 Thesen, in der rechten Hand einen dicken Hammer. In seinem Mundwinkel stecken zwei große schwarze Nägel, mit denen die Thesen am Portal der Wittenberger Kirche Halt finden sollen. Auf dem Wagen ist Luther von schunkelnden Kirchtürmen Düsseldorfs umgeben: der Johanneskirche, die sich nach links bewegt, und der Neanderkirche, die sich nach rechts neigt.

Auf dem Wagen fahren insgesamt 21 Protestanten mit – unter anderem Superintendentin Henrike Tetz, andere Vorstandsmitglieder des Kirchenkreises, sowie Vertreter der evangelischen Jugend. Tetz hat den rheinischen Präses Manfred Rekowski sowie den Kölner Stadtsuperintendenten Rolf Domning aus der benachbarten Karnevalshochburg zum Mitfahren eingeladen. "In der Domstadt mit Sitz des Erzbistums hat es nicht geklappt mit dem Luther-Wagen. Deshalb geben wir Domning auf unserem Reformationswagen für den Rosenmontagszug Asyl", sagte Tetz gegenüber epd.

Dem Volk aufs Maul und Brauchtum schauen

Doch auch im überwiegend katholischen Köln feiern die Evangelischen ausgiebig Karneval. So gibt es seit 1997 eine protestantische Karnevalssitzung und in einer Reihe von Kirchengemeinden werden an den "tollen Tagen" spezielle Karnevalsgottesdienste mit Verkleidung, Tanz, Sketchen und gereimter Predigt angeboten. "Ne Feste Burg – wahrer Jott un wahrer Minsch" ist einer der kölschen Gottesdienste in diesem Jahr überschrieben.

"Der Karneval gehört zum Rheinland wie Martin Luther zur Reformation", betont denn auch Präses Manfred Rekowski. "Da liegt es nahe, ganz im Sinne Luthers dem Volk nicht nur aufs Maul, sondern auch aufs Brauchtum zu schauen."

Text: Sabine Damaschke (mit epd)

Foto: In der Wagenbauhalle ist der jecke Wagen der Evangelischen in Düsseldorf vorgestellt worden. Von links: Heinz-Werner Frantzmann (Evangelische Kirche, Karnevalsbeauftragter, Diakonie Düsseldorf);  Hans-Jürgen Tüllmann (Geschäftsführer des Comitee Düsseldorfer Carneval), Henrike Tetz (Superintendentin, Evangelischer Kirchenkreis Düsseldorf), Hans-Peter Suchand (Pressesprecher Comitee Düsseldorfer Carneval), Doris und Sacha Moisa (Wagenbauer), Jacques Tilly (Wagenbauer). Foto: evdus

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