29. Mai 2015

"Neue Struktur der Diakonie RWL muss flexibler sein"

Regionalkonferenz in Dortmund weiterer Meilenstein für Strategieentwicklung mit den Mitgliedern

Die Diakonie RWL möchte den Verband angesichts einer verschärften Wettbewerbssituation auf dem Sozialmarkt neu aufstellen. Eine angespannte Finanzlage und absehbar sinkende staatliche Zuwendungen erfordern es, die Kräfte zu bündeln. „Wir brauchen eine sachgerechte und kontroverse Debatte. Die Regionalkonferenzen sind ein Startsignal für eine gemeinsame Strategieentwicklung mit den Mitgliedern“, so Dr. Uwe Becker, Vorstandssprecher der Diakonie RWL auf der Regionalkonferenz in Dortmund.

Laut Becker gibt es keine Alternative zum Umbau und zur Konsolidierung des Verbandes. Doppelstrukturen müssen abgebaut werden. Der Vorstand setzt in dem Umbauprozess auch auf ein verbessertes Reporting und eine stärkere Kosten-Nutzen-Transparenz. „Die Versäulung in den Geschäftsbereichen wird es so nicht mehr geben“, kündigte Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL, an. Es sei noch nichts neu erfunden, aber die Arbeit werde eher themenorientiert und in vernetzten Strukturen passieren. „Die Struktur der Diakonie RWL muss flexibler werden“, so Heine-Göttelmann.

Eine Stimme, die von der Politik gehört wird

Bei der Vorstellung des Strategiepapiers RWL 2020 machte der Vorstand deutlich, dass die Funktionen als kirchliches Werk, als Spitzenverband und als Mitgliederverband nicht zur Debatte stehen. Die Aufgabenteilung zwischen Landeskirchen, Diakonie-Bundesverband, Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Diakonie RWL, aber auch einzelnen Trägern oder Verbünden, bis hin zu Kirchengemeinden oder Kirchenkreisen müsse überprüft und zielorientiert besser abgestimmt werden, forderten die Teilnehmer der Regionalkonferenz.

Kontrovers diskutiert wurde die Arbeit der Fachverbände. Einige monierten, dass hier zu viele Ressourcen gebunden würden, andere würdigten die konstruktive Rolle der Fachverbände für die wirtschaftliche, sozialethische und fachliche Entwicklung der diakonischen Handlungsfelder.

„Wir brauchen auch Gesichter und eine politische Stimme, die gehört wird“, so ein Votum aus der Diskussion. Lange Jahre funktionierende Formen der Kommunikation mit der Politik scheinen nicht mehr zu greifen. Sozialpolitik ganz allgemein unterliegt offensichtlich einem Bedeutungsverlust im Kontext scheinbar wirtschaftlicher Zwänge. Der Spitzenverband ist hier gefordert, neue Wege der Interaktion zu suchen. Wichtig sei, dass die Diakonie als Träger von Innovationen auftritt, so das Anliegen der Regionalkonferenz in Dortmund.

Chancen für inneren Umbau nutzen

Der Vorstand machte deutlich, dass die Aufgabe eines ganzen Handlungsfeldes letztlich nicht in Frage kommt. Allerdings sollten die Chancen eines inneren Umbaus genutzt werden. Vorstand Thomas Oelkers gab hierzu Richtungsanzeigen. Er plädierte dafür, Doppelstrukturen und Überspezialisierungen abzubauen, Abläufe zu standardisieren und grundsätzlich projekt- und themenorientiert zu arbeiten.

Aus etlichen Diskussionsbeiträgen wurde erkennbar, dass die Bestrebungen des Vorstandes zum Umbau des Landesverbandes in der Mitgliedschaft – wie sie in Dortmund bei der Regionalkonferenz vertreten war – grundsätzlich unterstützt von den Diskussionsteilnehmern werden. Viele fragten aber auch nach einem klaren Zeitplan. Sie appellierten an den Vorstand, viele gute Ansätze, die es in früheren Jahren schon gegeben habe, im Rahmen der Strategie 2020 jetzt tatsächlich umzusetzen und nachhaltig zu sichern.

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